Vogelmayer

Vogelmeier

Liada wie Axthiebe

Gespräch mit dem bayerischen Liedermacher

Thomas Vogelmayer

In den Profilen einiger Musiker auf Facebook steht unter Tätigkeit der Satz: “Arbeiten? – Wieso, ich bin doch Musiker!” Bei dem Liedermacher Vogelmayer steht dazu nichts. Im Interview verrät er, dass er einem ganz geregelten Job nachgeht. Ich habe vergessen ihn zu fragen, warum er ihn auf Facebook nicht erwähnt. – Vielleicht denkt er, sein Publikum würde ihm, dem Bürokaufmann, den Liedermacher nicht abnehmen. – Wie dem auch sei, der Vogelmayer ist keiner jener Aussteiger, die sich “nur” als Künstler begreifen. Für ihn ist die Arbeit nicht nur Brotjob, sondern auch eine Quelle, aus der er Ideen für seine Lieder schöpft, einer der Gründe, warum “ganz normale Menschen” seine Lieder hören.

Seit er 16 ist, trägt der 1981 geborene Musiker Lieder in niederbayerischer Mundart vor. Was den Liedermacher aus dem kleinen Dorf Parkstetten bei Straubing besingenswert erscheint, sind Fremdenfeindlichkeit und alles, was ihm im funktionierenden Bayern unter der Wohlstandsdecke stinkt.  “Vogelwuid” macht ihn, dass von hier Waffen exportiert werden und gleichzeitig, irgendwo auf der Welt, Menschen verhungern.

Der Vogelmayer will Aufklärer sein. Bewusst deutet er nicht nur auf die Anderen, sondern schließt sich in seine kritischen Texte ein, indem er seine “Liada” in der ersten Person schreibt. Was ihn stört, mag die Haltung des so unreflektierten wie selbstzufriedenen “Mia san mia!” sein. Hätte Mayer Thomas, wie der Vogelmayer mit bürgerlichem Namen heißt, sich nicht für das Liederschreiben entschieden, würde er am liebsten mit der Axt reinhauen.

HAMCHA art integration Heinz Michael Vilsmeier
Vogelmayer Liada wie Axthiebe

Kein Wunder, dass seine “Liada” wie Axthiebe wirken. Er weiß, dass die Derbheit seines niederbayerischen Dialekts (“Wie ma hoid redn bei uns.”), ihm auch Feinde beschert, vor allem in rechten Kreisen.

Doch der bayerische Liedermacher Vogelmayer ist keiner, der den Leuten das Bier sauer werden lässt, im Gegenteil. Sie sollen ihren Spaß haben! Ein schwieriger Balanceakt ist das, mit dem der Vogelmayer gezielt provoziert und polarisiert. Nur so, glaubt er, könne er sein Publikum zum Nachdenken bewegen. Ihm selbst macht das “irre vui Spaß”, vor allem, weil offensichtlich immer mehr Menschen Lust verspüren, seine niederprasselnden Lieder zu hören.


Als HAMCHA das nachfolgende Interview mit dem Vogelmayer führte, hatte er sich vorgenommen, 2013 die 50-Auftritte-Marke zu knacken. Dieses Ziel hat er erreicht, locker! Ein Beweis, dass seine Rechnung aufgeht. Vermutlich geht sie deswegen auf, weil die Menschen Künstler brauchen, die Dinge sagen, zu denen sie selbst nicht, oder nicht mehr, den Mut aufbringen.

22.09.2013

Da Vogelmayer hat Wiedererkennungswert

 

23.09.2013

 

Da Vogelmayer provoziert und polarisiert

24.09.2013

Da Vogelmayer is auf der Bühne vogelwuid

25.09.2013

Da Vogelmayer is offen gega d’NPD

26.09.2013

Es geht nur mit extrem vui Arbeit.

27.09.2013

vui spuin, überoi spuin

28.09.2013

Iatz mias ma uns des amoi oschaun!

 

©HAMCHA art integration Heinz Michael Vilsmeier, Impressum

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