HAMCHA im Gespräch mit dem Liedermacher-Duo Rauschzeichen



verwendet mit freundlicher Genehmigung von Florian Söllner

Teil 1: Kunst wird nicht mehr als Arbeit anerkannt

Am Anfang ist es praktisch unmöglich, Engagements zu bekommen / als das Liedermachen ein bisschen freier und dreckiger wurde / wir sind quasi die perfekte Boygroup / da stand ein 50köpfiger Männerchor / Publikum darf man nicht immer so nehmen wie es ist / haltet endlich mal die Fresse / ich habe letztes Jahr meine beiden Kinder verloren / als ich in der psychosomatischen Klinik war hab ich ein Album geschrieben / ich gehöre zu den Künstlern, die wirklich schlimm zittern und Panik bekommen / so ein Bauwagen heizt sich leichter als ein Schloss / manchmal reden wir hinter dem Rücken sogar gut übereinander / Robert ist ein großer Degenhardt-Fan / wir waren in der Kneipe, als der Prinz sagte, dass mein Auto brennt

Teil 2: Auf der Jagd nach dem perfekten Song

es kommt auf die Art der Kritik an / seine Mutter hat ihn heute böse überrascht / man weiß, dass jemand einen so hasst, dass er einem das Auto abfackelt / sie haben sich vorher erkundigt, ob die Polizei auch nachts da ist / vierzehn Leute, das ist utopisch – einer hat Hunger, der Zweite muss aufs Klo, dem Dritten ist kalt / es gibt eigentlich gar keinen Robert Vogel mehr / ich bin Erzieher, aber das konnte ich nicht mehr ausüben, weil ich meine Kinder verloren habe / Ziel ist, immer bessere und schönere Lieder zu schreiben / eigentlich geht es in dem Lied um Verletzungen durch das Leben / jedes meiner Lieder hat ein anderes Ziel / jetzt mach doch noch fertig hier / was ich kann, geht allen am Arsch vorbei / ich bin Hanfaktivist, mir ist die Legalisierung von Cannabis sehr wichtig

Teil 3: Geistiges Eigentum sollte geistiges Eigentum bleiben

ein Text ist ein Text und ein Lied ist ein Lied / der Prinz muss natürlich rein, weil der hier ein Mekka der Liedermacherei erschafft / Rüdiger Bierhorst, wir sind ihm sehr ähnlich / Daumen hoch an Vicki Vomit / es fehlt die Bereitschaft der Leute, Geld zu geben, das ist die vorherrschende Stimmung / YouTube verdient jedes Jahr Milliarden / ich würde gerne darüber sprechen, dass ich es absolut lächerlich finde, was in dieser Gesellschaft abgeht / kein Mensch geht heute noch mit den Kindern raus in den Wald oder macht was mit ihnen / der Prinz braucht einen Mann, der ihm ab und zu den Kopf wäscht

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