Moses Wolff

“ich glaub, das passt schon so”

Moses Wolff bei einer Hörbuchlesung im Vereinsheim München

Der Münchener Schauspieler, Kabarettist und Veranstalter, Moses Wolff, alias Wildbach Toni, veröffentlicht im November 2013 sein Hörbuch “Bizarre Anekdoten und sonderbare Scherze“. Der Autor ist auch bekannt durch seine Figur des Moses Shanti, die als Vollweiser aus dem Morgenland durch das Münchener Vereinsheim lichtert.  Für Besucher der Wiesn gehören seine Überlebenstipps mittlerweile genau so dazu, wie die Tracht. Wo es um kabarettistisch gehobenen Unsinn geht, ist der “Schaumschläger” ein feste Größe, auch das Bemalen schöner Frauen gehört zum Dienstleistungsrepertoire das Pasingers, der auch den, auf die inzwischen verstorbenen Gunter Sachs und James Graser  zurückgehenden Altplayboystammtisch reanimierte.

Bedauerlich ist, dass Moses Wolff der Veröffentlichung des mit ihm im Februar 2013 geführten Gesprächs nur mit sehr vielen Änderungen und Streichungen zustimmt. Zur Begründung schreibt er:  “Ich habe sehr viele Stellen geändert und einige Dinge herausgestrichen … Meine religiöse Geschichte möchte ich der Öffentlichkeit nicht preisgeben, dass der BR das damals gebracht hat, war schon ein journalistischer Fehlgriff, da ich sie extra darum gebeten habe. Ausserdem habe ich es teilweise so umformuliert, wie ich es heute sagen würde, ohne dadurch den Inhalt zu verändern und damit man es leichter lesen kann. … Ich hoffe, damit nicht zu sehr den von Andy Warhol (meiner Meinung nach aus Bequemlichkeit) erfundenen Stil verfälscht zu haben … ich glaub, das passt schon so. Ich freue mich nun auf die Veröffentlichung.” Das ist natürlich akzeptabel.

Lediglich der Vorwurf der Bequemlichkeit gegenüber Andy Warhol verdient zumindest ein Fragezeichen, zumal der Warhol’sche Stil der Literalität eben auch bei HAMCHA Anwendung findet. Nur um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, es handle sich um eine buchstabengetreue Wiedergabe des mit Wolff geführten Gesprächs: die von ihm autorisierte Fassung weicht stark vom Original ab.

Die Alternative zur Publikation der nachfolgenden Interview-Version wäre gewesen, ganz darauf zu verzichten. Dies erwägend sind wir zu dem Schluss gelangt, dass der Verzicht Moses Wolff gegenüber nicht fair wäre. Immerhin hat er sich im Gespräch mit HAMCHA sehr offen geäußert, sodass auch der bearbeitete und freigegebene Text sehr authentisch ist.

Heinz Michael Vilsmeier

28.10.2013
Eine wohlige Überforderung

29.10.2013
Ich imitiere lieber Charaktere

30.10.2013
Journalisten verdrängen die Essenz des Gesprochenen

Fotografien mit freundlicher Genehmigung durch Moses Wolff als Copyrightfrei von: 
Wolf Heidemann, Michi Haker, Arnd Schimkat, Christian Vogel, Robert Banfic, Andreas Rümmelein, Bert Fizz, Markus Heberlein.

Moses Wolff auf Wikipedia

©HAMCHA art integration Heinz Michael Vilsmeier, Impressum

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