Moses Wolff: Journalisten verdrängen die Essenz des Gesprochenen

Moses Wolff

Journalisten verdrängen

die Essenz des Gesprochenen

HAMCHA: Wie sieht Dein privates Leben aus?

Moses Wolff: Mein privates Leben… Ja, ich habe einige Freunde, meine Eltern sind auch gute Freunde. Ich habe eben sehr viele Leute, die mir wichtig sind. Deswegen habe ich mich auch entschlossen, dass ich keine feste Beziehung mehr haben möchte. Das ist jetzt schon seit ein paar Jahren so, was mir sehr recht ist, weil ich gerne frei bin und in einer Beziehung ist man einfach nicht so frei, auch, wenn das Leute, die in einer Beziehung sind, nicht gern hören. Ich hab natürlich immer wieder Affären mit jungen Frauen. Ich liebe jüngere Frauen.

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Moses Wolff, Familie Wolff

Das ist sehr schön, ich verbringe aber eben auch eine Menge Zeit mit meinen Freunden und ich arbeite wahnsinnig viel, wie gesagt, Bücher schreiben, Kurztexte schreiben, für Drehrollen lernen, eigene Sachen vorbereiten. In letzter Zeit habe ich viele Drehbücher geschrieben. Ich bin gerade an einem Konzept dran für eine Serie, die ich vielleicht fürs Fernsehen machen kann. Mein Leben ist so eine Mischung aus schreiben und spielen und auftreten, das ist so das Dreigestirn.

HAMCHA: Gibt es eine Trennung zwischen dem privaten Moses Wolff und dem der als Schauspieler verschiedene Identitäten lebt

Moses Wolff: Ja, klar. Der Beruf ist schon sehr viel mit meinem Privatleben verknüpft aber wenn ich in eine Rolle schlüpfe, dann schlüpfe ich nur in eine Rolle. Privat versuche ich authentisch und echt zu sein. Dadurch, dass ich viele Leute kennen gelernt habe, die in dem Beruf arbeiten und die privat auch immer in Rollen schlüpfen müssen, weiß ich, dass sie dadurch Probleme mir ihrer Identität haben. Manche haben echt soziale Störungen.

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Moses Wolff und Vater Wolff

An diesen Beispielen kann ich natürlich sehen, wie ich nicht sein will. Ich versuche einfach immer, möglichst ehrlich und authentisch durchs Leben zu gehen. Damit kann man, glaube ich, nichts falsch machen. Ich bin ein relativ gläubiger Mensch und dadurch habe ich auch immer meinen Halt und werde getragen durch meinen Glauben. Das ist oft sehr hilfreich. In gewisser Weise sind meine Kurzgeschichten auch so entstanden, die schreibe ich und während ich die schreibe, habe ich mit den höheren Mächten eine Verbindung. Es ist ja auch eingeschenkt, wenn man diese Gedanken bekommt. Das hängt natürlich auch damit zusammen, wie man lebt. So wie ich lebe, ich lebe sehr intensiv, kommen mir sehr oft lustige Ideen. Ich neige nicht zur Verbitterung, im Gegenteil. Ich versuche immer schön zu leben, habe zwar manchmal zu wenig Geld aber das macht ja nichts, man kann auch mit wenig Geld gut leben. Und meine Bücher bringen ja auch ein bisschen was.

HAMCHA: Du arbeitest für den Goldmann Verlag?

Moses Wolff:  Ich schreibe meine Bücher derzeit überwiegend für den Goldmann Verlag, habe aber vor allem eine tolle Literaturagentur in Berlin, Landwehr & Cie. und einen fabelhaften Agenten. Der hat ein sehr gutes Händchen und ein gutes Gespür und macht ganz tolle Sachen, nicht nur für mich…

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Moses Wolff, Kindheit

Moses Wolff:  Ja, bei Facebook habe ich rein geschrieben: arbeitet in der Filmbranche, für Pantaleon und für den Goldmann Verlag, weil … ich bis vor kurzem für Pantaleon zusammen mit Arnd Schimkat ein Kinodrehbuch geschrieben habe, das hoffentlich bald verfilmt wird.

HAMCHA: Moses Wolff, was würdest Du gerne den Lesern dieses Interviews mitteilen?

Moses Wolff: [lacht] – Äh – seid fröhlich! Liebt euch, lebt wild, genießt und seid nicht missgünstig, seid freigiebig, seid freizügig und habt Sex miteinander!. [lacht]

HAMCHA: Was ist Dein Publikum für Dich?

Moses Wolff: Publikum? – Mein Publikum sind Leute, die sowohl mich mögen, als auch meine Kunst, die sich damit identifizieren können, die meinen Humor mögen und die meistens selber auch lustige Leute sind. Ich habe meistens sehr viel Spaß mit meinem Publikum, weil das fast immer sehr muntere Damen und Herren sind, auch nach der Show geht es oft recht heiter zu.

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Moses Wolff und Vicky Leandros

HAMCHA: Würdest Du Entzug verspüren, wenn Du längere Zeit nicht vor Publikum stehen könntest?

Moses Wolff: Kann man so nicht sagen, weil ich habe ja in meinem Freundeskreis, der eigentlich relativ surrealistisch und relativ losgelöst von Konventionen und Zwängen ist, also in meinem privaten Kreis sind schon ausgesprochen viele lustige Leute um mich herum. Wir ergänzen uns da. Und so ist es in meinen Shows auch, wenn ich auf der Bühne bin. Ich seh das Publikum nicht als Publikum, sondern als Teil einer wunderschönen Energie, eines Energieflusses.

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Moses Wolff und Udo Gross

HAMCHA: Gibt es Reaktionen des Publikums, die Dich stören?

Moses Wolff: Ja, natürlich. Es gibt natürlich manchmal Shows, wo es schwierig ist. Die Selbstwahrnehmung der Leute schwindet teilweise. Je mehr Smartphones und je mehr Kommunikationsstörungen bei den Leuten auftreten, desto krasser wird es. Die Selbstwahrnehmung wird immer gestörter, ich weiß es dadurch, dass ich in letzter Zeit manchmal recht junge Geliebte hatte und deren Freundeskreise kennengelernt hab. Bei vielen jungen Leuten hat es sich eingebürgert, dass wenn man am Tisch sitzt, beim Essen, beim Reden, und jemand bekommt eine SMS auf dem Smartphone, dann ist es mittlerweile so, dass das Gespräch einfach unterbrochen wird und die SMS sofort gelesen und, was ich noch brutaler finde, sofort beantwortet wird. So als gäbe es keinerlei Aufschub.

So als würde sonstwas passieren, wenn man nicht sofort antwortet. Meist geht es ja eh nur um Geplänkel. Wenn irgendwo die Hütte brennt, wird der Betroffene vermutlich anrufen und keine SMS schicken. Und in diesen Fällen sag ich den Leuten schon, dass ich das sehr unhöflich finde. Das stört vor allem dieses surreale System, wenn man in einer so vorgelegten und losgelösten Atmosphäre ist und da kommen ständig solche SMS herein von außen, das behindert den Fluss natürlich. Das ist im Publikum teilweise auch so. Neulich habe ich in,Augsburg gelesen, da hat ein Pärchen sich unterhalten. Die waren in der zweiten Reihe gesessen und haben geflüstert. Dieses Flüstern war sehr störend, total laut, und wenn man dann etwas liest, einen Text, dann ist das natürlich auch für die Konzentration schlecht. Aber wenn man in so einem Fall etwas sagt, mag das Publikum das nicht. Wenn ich zu jemandem sage, kannst Du bitte aufhören, dich laut zu unterhalten, das löst beim Publikum Missfallen aus. Meistens reguliert es sich ja eh dadurch, dass jemand aus dem Publikum dem- oder derjenigen sagt, dass sie gerade stören. Teilweise habe ich so kleine Schaumstofffigürchen, die habe ich einmal auf dem Flohmarkt gekauft, die habe ich dann dabei und dann bewerfe ich die Störenfriede einfach. Ich bewerfe sie wortlos mit diesen Schaumstofffigürchen, dann merken Sie natürlich, dass sie irgendetwas gemacht haben, was nicht okay ist.Und das ist dann oft auch ein Lacher. In einer Lesung ist halt weder Flüstern noch lautes Sprechen angebracht. Dass man mit dem Lesenden auf der Bühne kommuniziert, das ist natürlich etwas anderes. Natürlich, wenn zu mir jemand etwas sagt, aus dem Publikum, kann das lustig sein oder manchmal auch inspirierend, das mag ich teilweise sogar ganz gerne, wenn die Leute irgendetwas hereinrufen, wenn Sie teilhaben. Aber wenn sie sich abkapseln und ihr eigenes Süppchen kochen, dann brauchen sie ja nicht in eine Show gehen.

HAMCHA: Diese “Persönlichkeitsstörung”, die inzwischen so massenhaft um sich gegriffen hat, dass man während eines Gespräches sein Smartphone bedient und SMS beantwortet, tritt deiner Meinung nach vor allem bei jungen Leuten auf?

Moses Wolff: Genau.

HAMCHA: Du hast es schon ein paarmal erwähnt, dass Du gerne Beziehungen zu jüngeren Frauen pflegst…

Moses Wolff: Genau.

HAMCHA: Damit fängst Du Dir gleichzeitig dieses Problem ein.

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Moses Wolff: “… habt Sex miteinander…”

Moses Wolff: Nein, tue ich nicht, weil das ist ja nur eine Wahrnehmungssache. Wenn ich jetzt eine junge Geliebte habe und ich sage der, kannst Du bitte nicht die ganze Zeit SMS lesen, weil mich das nervt, dann bekommt sie erst ein Bewusstsein, dass das komisch ist. In ihrem Umfeld machen das ja alle, da ist es ja ganz normal, dass man das macht. Ich bin halt der väterliche Typ, der ihr da irgendwie hineinpfuscht. In dem Moment, in dem ich es das erste Mal sage, nervt es sie vielleicht, doch dann wird es ihr wirklich klar, dass das vielleicht komisch ist. Ich sage immer, es gibt ja auch kein Gesetz, das einen dazu verpflichtet, dass man eine SMS, sobald man sie …kriegt, sofort liest oder sofort beantworten muss. Es gibt sicherlich Leute, die sich wundern, wenn man nicht sofort antwortet. – Aber mei, auch wenn ich eine E-Mail bekomme, muss ich die ja nicht innerhalb von zwei Stunden beantworten, ich kann sie ja auch erst nach zwei Tagen beantworten. Okay, berufliche Nachrichten erfordern teilweise vielleicht eine raschere Vorgehensweise.

HAMCHA: Mhm. – Du sagst, es sollen tendenziell junge Frauen sein, mit denen Du Verbindungen eingehst. – Wie jung sind die dann?

Moses Wolff: Die sind halt meistens unter 30, über 18 sind Sie aber immer. Ich hatte auch schon Siebzehnjährige, aber meistens sind sie Mitte 20 oder so.

HAMCHA: Du bist jetzt etwa 43, vermute ich…

Moses Wolff: … Da hast Du richtig geschätzt.

HAMCHA: Okay. – Warum nicht ältere oder gleichaltrige Frauen?

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Moses Wolff – Das erste Mal…

Moses Wolff: Ja, das geht schon auch. Ich mag halt unbeschwerte Frauen. Und keine Frauen, die mir Stress bereiten. Ich hab beruflich genug um die Ohren und möchte mit einer Frau ja Spaß und Freude erleben. Junge Frauen sind einfach unbeschwerter. Junge Frauen haben meistens noch nicht diesen Drang, eine Familie gründen zu wollen, den viele ältere Frauen haben.

Aber natürlich ist es so, dass viele Frauen die älter sind, intensiver sind. Klar, ich hatte auch Freundinnen, die nur ein paar Jahre jünger waren als ich und Affären mit fast gleichaltrigen Frauen, aber meistens sind sie deutlich jünger als ich. Mir gefallen eben junge Frauen. Da bin ich, glaub ich, auch nicht allein auf der Welt. Wenn Frauen 20 sind, schauen die einfach toll aus. Es gibt aber natürlich auch reife Frauen, die toll ausschauen, klar.

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Moses Wolff und Wolff Mutter

Meine Oma hat mit 80 noch toll ausgeschaut. Aber ich steh halt auf jüngere. Nicht umsonst hab ich seinerzeit mit Mitte Zwanzig den Altplayboystammtisch mit Freunden wieder reaktiviert. Wenn man die Möglichkeit hat, etwas anzufangen mit denen, auf die man steht, warum sollte man da nicht zuschlagen?

HAMCHA: Was bedeutet es für Dich, diese Quelle zu nutzen – lässt Du Dich dadurch inspirieren?

Moses Wolff: Ja schon, es inspiriert mich natürlich schon, junge Frauen. Ich mache ja auch manchmal Bodypaintings, das sind immer junge schöne Frauen. Es ist immer angenehm, wenn man sich mit schönen Frauen umgibt. Das ist immer eine gute Sache. Wenn man schöne Frauen berührt und die einen berühren, wenn man mit ihnen eine schöne Zeit verbringt, dann ist das für die Seele sehr angenehm. Also das hat einfach nur Vorteile.

HAMCHA: Was heißt das? Also Du machst Bodypaintings, Du bemalst die Körper von Frauen, lässt Du Dich auch bemalen?

Moses Wolff: Nee, ich bemale, aber ich lasse mich nicht bemalen. Ich mache auch Zeichnungen, ich arbeite ja seit Jahren für das Satiremagazin Titanic, ich schreibe da Texte und mache Zeichnungen. Ich male von Anfang an. Ich habe einen alten Freund, der ist Tätowierer und Bodypainter, der hat mich da so ein bisschen herangeführt. Ich habe mit ihm gemeinsame Arbeiten gemacht und in letzter Zeit bemale ich überwiegend eigenständig.

HAMCHA: Wie realisierst Du das? Bietest Du Bodypainting als Dienstleistung an?

Moses Wolff: Ja, entweder sind es Aufträge, dass Leute für einen gewissen Zweck, zum Beispiel für eine Messe, jemanden brauchen, der angemalt wird, oder für eine Weihnachtspostkarte, dass man dann die Frau als Weihnachtsbaum anmalt. Und oft sind es auch künstlerische Projekte, die ich quasi ins Leben rufe. Ich hab da jetzt auch eine größere Sache vor, wo auch, unter anderem, viele Paintings vorkommen, also Fotos von Paintings vorkommen sollen. Das wird nächstes Jahr ins Leben gerufen, da habe ich eine große Sache vor.

HAMCHA: Das klingt interessant, gibt es da schon Bildmaterial?

Moses Wolff: Freilich, auf meiner Webseite die jetzt am Montag wieder freigeschaltet sein wird, weil Strato da irgendwelche Sicherheitsmängel vermutet hat, die gar nicht da waren. So etwas gibts halt auch. … Ich hab da nicht so viele Paintings drauf, weil die meisten Sachen die ich in letzter Zeit gemacht habe, eben für dieses große Projekt nächstes Jahr sind und ich die deswegen nicht veröffentliche. Außerdem ist Bodypainting ja nur ein kleiner Bereich, in dem ich arbeite. Meine eigentliche Arbeit ist das Spielen und das Schreiben.

HAMCHA: Moses Wolff, es wäre natürlich von Vorteil, wenn Du mir zur Veröffentlichung dieses Interviews Bildmaterial zur Verfügung stellen könntest.

Moses Wolff: Ich habe Dir soeben eine Mail geschickt, damit Du meine Kontaktdaten hast. Da steht alles im, wie man in der Rechtsanwaltssprache sagt, Rubrum. Da hab ich dir auch die zu erwähnenden Fotografen genannt.

HAMCHA: … Obwohl, das Rubrum ist ja das, was dem anwaltlichen Schreiben als kurze Zusammenfassung voraus gestellt wird …

Moses Wolff: Rubrum ist sozusagen das alte Wort für „Betreff“. Ich habe ja jahrelang in Rechtsanwaltskanzleien gearbeitet. Das habe ich jetzt gar nicht erzählt, da gibt es auch interessante Geschichten, weil ich sehr schnell tippen kann. Ich hab früher mal Schreibmaschinenschreiben gelernt und mache inzwischen meine 350 Anschläge in der Minute. Teilweise war ich sehr beliebt bei Rechtsanwaltskanzleien, weil ich noch dazu die Gabe hatte, auf Diktiergerät gesprochene Texte von Rechtsanwälten akustisch zu verstehen.

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Moses Wolff – “meine 350 Anschläge in der Minute”

Die meisten Sekretärinnen und Rechtsanwaltsgehilfinnen verstehen einfach nicht, was die daher nuscheln. Und ich habe mir eine kleine Spezialität daraus gemacht, durch meine Schauspielerei. Ich habe mir eben zusammengereimt, was die Anwälte sagen. Meistens waren das Sachen, die man nicht im Entferntesten verstehen konnte, irgendwelche Sachen, wie: „Absatz, Trallala, Ende“. Das haben die dann gelallt: „Abstrallende“. Das Trallala hieß einfach:

„Uwe Plaunsdorf, Steuerberater und Fachanwalt für Steuerrecht, Adresse, Telefonnummer, etc.“ Das war das Trallala, und das musste man halt erst einmal herausfinden…

HAMCHA: Okay, ist daraus der Rechtsanwalt Schwanz entstanden?

Moses Wolff: Genau! Damals habe ich Skype eingerichtet. Das war so, ich hatte einen Freund, der hatte Probleme mit der Justiz, und der hat dann einen Rechtsanwalt empfohlen bekommen, nicht von mir, einen grottenschlechten Rechtsanwalt, der ihn überhaupt nicht vertreten hat, und der Freund von mir ist wegen dieses Idioten beinahe ins Gefängnis gekommen. Ich hab ihm eines Tages, als er in Untersuchungshaft saß, einen Brief geschrieben, mit dem Absender „Rechtsanwalt Schwanz“. [lacht]

HAMCHA: Okay, und daraus ist eine Figur entstanden, wie schlachtest Du die aus?

Moses Wolff: Das ist eine Idee, die behandelt einen Rechtsanwalt, der wahrscheinlich noch lebt, er ist aber immer kurz vorm Sterben, wenn ich ihn anrufe, dann sagt er jedesmal: „Es geht zu Ende!“ [lacht] Er hat ein schweres Alkoholproblem und ist unfreiwillig extrem lustig, er selber ist eigentlich eine tragische Figur, aber als Comedyfigur ist es genial, da werd ich irgendwann was draus machen. Weil da gibt es Geschichten ohne Ende.

HAMCHA: Ich habe vorhin Rechtsanwalt Schwanz in Google eingegeben, das solltest Du auch einmal machen, das lohnt sich.

Moses Wolff: Warte mal schnell…

HAMCHA: Da kommt dann ein Abmahnspezialist und „Zwei Fotzen pro Schwanz.”…

Moses Wolff: …Moment… Rechts… an… walt… Patrizia Schwanz… Abmahnung [lacht] – sehr lustig!

HAMCHA: Ja, genau! – Das wäre ja was für deine Figur…

Moses Wolff: … Ja – ich nenne ihn wahrscheinlich so, wie er wirklich hieß, aber vielleicht nenne ich ihn auch anders… Rechtsanwalt Schwanz ist eigentlich schon lustig. Ich habe gestern mit einer Freundin von mir gewettet, weil die hat behauptet, dass “aus die Maus” ein Begriff ist, der aus dem Volksmund kommt und ich hab behauptet, dass er aus der Sendung mit der Maus kommt. Ich habe jetzt aber noch nicht geschafft, das herauszufinden. Ich bin zwar nicht so der Fragensteller, aber es gibt drei Leute, die ich irgendwann mal gerne interviewen würde. Der erste ist Rainer Brandt, den großartigen Übersetzer von „Die Zwei“ und vielen anderen Serien, außerdem war er der Synchronsprecher von Tony Curtis. Der Zweite ist Eberhard Storck, der die ganzen guten Zeichentrickserien, “Paulchen Panther”, “Biene Maja”, “Pinocchio”, “Wickie” und so, übersetzt hat, außerdem viele Spielfilme, unter anderem von den Marx Brothers. Und der Dritte ist der Armin Maiwald, der “Die Sendung mit der Maus” und “Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt” erfunden hat. Da würde ich ihn dann gleich auch fragen, ob „aus die Maus“ nicht zufällig von ihm stammt. Dann hätte ich auch gleich noch eine Halbe Bier gewonnen. [lacht]

 

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Moses Wolff: da hatte ich gleich noch ne halbe Bier gewonnen

HAMCHA: Hättest Du Lust solche Interviews auf HAMCHA zu veröffentlichen?

Moses Wolff: Ja gerne! Wenn ich die Interviews auch in gekürzter Fassung an anderer Stelle veröffentlichen kann…

HAMCHA: Das wäre doch eine tolle Sache! Das Prinzip bei HAMCHA ist halt, die Interviews weitgehend literal zu reproduzieren, also auf eine journalistische Bearbeitung zu verzichten. Das ist übrigens ein Konzept, welches ich von Andy Warhol aufgegriffen habe.

Moses Wolff: Die meisten Journalisten verdrängen ja die Essenz des Gesprochenen, weil sie mehrere Aussagen zusammenfassen oder irgendetwas sich da selber zusammenreimen, weil sie einen Text auf die und die Länge hinkriegen müssen. Die haben halt dann 2000 Zeichen, mehr dürfen sie nicht und deswegen ist es oft so, dass in Interviews ein vollkommener Unsinn steht, auch bei mir, Dinge die ich nie gesagt habe.

HAMCHA: Genau, das versuche ich zu vermeiden, wobei ich schon bereit bin, nicht allzu puristisch zu sein. Beispielsweise bin ich bis zu einem gewissen Grad bereit, sehr ungern zwar, Sätze grammatikalisch hinzubiegen. Dabei besteht die Gefahr, dass das gedruckte Interview nicht mehr die Dynamik und die Atmosphäre des Gesprächs wiedergibt. …

Moses Wolff: … Ja klar!

HAMCHA: Wenn Du solche Gespräche führst und Interesse hast, sie auf HAMCHA zu veröffentlichen, dann fände ich das Klasse…

Moses Wolff: Ja, ja, gerne! Ich glaube, da könnten wir gut zusammenarbeiten. Mit Synchronsprechern und Kindersendungen beschäftige ich mich schon seit sehr langer Zeit, das Thema finde ich unerhört spannend. Deswegen würde ich eben gern diese drei Leute interviewen, weil ich in diesem Bereich, glaub ich, auch ganz gute Fragen stellen kann. Grad der Rainer Brandt, der hat aus der erfolglosen Serie „Die Zwei“ mit Toni Curtis und Roger Moore etwas sehr Wertvolles gemacht, und damit einen Kult geschaffen. – Ich muss nur jetzt kurz … Ich muss nämlich seit fünf Minuten bei meiner Verabredung sein! … Deswegen muss ich jetzt kurz, mich anziehen.

HAMCHA: Gut, machen wir es so, ich schicke Dir das Interview zu und wir bleiben in Kontakt.

Moses Wolff: Genau! – Wenn Du noch ein paar Fragen hast, wir können das gerne noch mal fortsetzen, oder wie Du magst.

HAMCHA: Okay, auf jeden Fall haben wir jetzt schon eine Basis, auf der wir aufsetzen können.

Moses Wolff: Sehr gut!

HAMCHA: Moses Wolff, ich danke für das Gespräch.

Moses Wolff: Dir auch, bis bald. (Zur Übersicht)

Das Gespräch führte Heinz Michael Vilsmeier

©HAMCHA art integration Heinz Michael Vilsmeier, Impressum

One thought on “Moses Wolff: Journalisten verdrängen die Essenz des Gesprochenen

  1. Guten Tag, ich heiße Reinhard Nickschas, bin Musiker, Künstler, Schauspiel studiert und habe aufmerksam das Gespräch verfolgt!
    Moses hat da sehr gute Ideen und in verschiedene Rollen schlüpfen, kenne ich gut! Manch Einer bekommt dadurch den Spiegel vorgesetzt, der oft auch nötig ist. Auf der anderen Seite empfinde ich etwas diffarmierende Aussagen gegenüber Frauen, Sekretärinnen, die das Genuschel eines Chefs nicht verstehen etc. etwas überzogen! Außerdem, wen sollte es interessieren, das man als Alter Sack, die jungen Frauen vernascht, jaja ab 18 …aber 17 geht auch durch oder bis 35. Ich höre da bissle Macko Manieren und Sexstarallüren, fast peinlich, das würde ich am Besten zu Hause lassen. Mich würde dennoch interessieren, wie lang Dein Pimmel ist Moses! Scheinst da ja der Berserker zu sein! Und bitte lasse die Finger von Kinderfilmen, es sei denn Du hast selber genügend. äh Kinder ! Ich denke dabei, sie wären zu schade für Deine Ideen! Biene Maja nackig, wäre vielleicht was. Letztendlich nicht wirklich der Bringer, eher Selbstdarstellung, verbunden mit Torschlusspanik und leicht widerlichem Geschmack! Entschuldigung nur meine Meinung. Was Deine Wichtigkeit in der Welt bedeutet entscheidest Du selber, na dann gehe mal ran!
    Freundlich Grüsse

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