Rauschzeichen

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Robert Rausch und Florian Söllner – Rauschzeichen

Als das Liedermachen ein bisschen freier und dreckiger wurde

HAMCHA:  Gehört Ihr zu einer neuen Generation von Liedermachern?

ROBERT RAUSCH:  Wo ist denn die Grenze?

FLORIAN SÖLLNER:  Bei Wecker und Mey, man muss es mal so sagen.

ROBERT RAUSCH:  Bin nicht sicher, ist Götz Widmann schon einer von den Neueren? Das ist wahrscheinlich gerade so die Grenze.

HAMCHA art integration, Heinz Michael Vilsmeier
Liedermacher Rüdiger Bierhorst, 2012

HAMCHA:   Stellt sich die Frage nicht auch in Bezug auf Rüdiger Bierhorst?

Florian Söllner: Ich denke, dass das die Leute sind, die die jüngere Generation angestoßen haben, gemeinsam mit Joint Venture, die ja schon Ende der 80er am Start waren. Das war das erste Mal, dass das Liedermachen ein bisschen freier und dreckiger wurde, als es eben mit Wader und Mey ist. Aus der Tradition von Götz Widmann und Rüdiger Bierhorst geht es schon fließend auf uns über. Wir würden auch einmal das Wort Ficken in einem Song singen.

HAMCHA art integration, Heinz Michael Vilsmeier
Liedermacherin Cynthia Nickschas, 2012

HAMCHA:   Florian, wann bist Du geboren?

FLORIAN SÖLLNER:  80.

HAMCHA:  Und Du Robert?

ROBERT RAUSCH:  81

HAMCHA:  Die Dreißigjährigen sind etwa die Generation, die hier auch versammelt sind. Eine Ausnahme ist Cynthia Nickschas, sie ist mit ihren 24 deutlich jünger.

ROBERT RAUSCH:  Ja gut, aber diese Schwankung, die paar Jahre mehr oder weniger, löst sich irgendwo auf.

FLORIAN SÖLLNER:  Das ist trotzdem eins.

er spielt komplett anders Gitarre als ich

HAMCHA:  Was verbindet Euch?

ROBERT RAUSCH:  Uns beide? – Man muss halt sehen, dass wir uns nur flüchtig kannten. – Er ist zu mir in ein anderes Wohnprojekt gezogen, das kleiner war als dieses hier. Dort wohnten 14 Leute, auch Musiker, in einem alleinstehenden Haus. Wir haben uns kennengelernt und gleich auf Anhieb sehr gut verstanden. Ich hatte keine Lust mehr auf die Band „Robert Rausch und seine Zustände“, weil es mir organisatorisch zu krass war, die ganzen Leute zusammenzuhalten. Jetzt habe ich hier, zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren, wieder mit ihnen gespielt. Er hatte angefangen Lieder zu schreiben und wir sagten ‚gut, spielen wir zusammen’. Wir sind sehr gegensätzlich, aber ich fand die Mischung gut. Er spielt komplett anders Gitarre als ich, er singt auch anders als ich und trotzdem passen wir komplett zusammen. Wir machen ja auch dieses Rollending auf der Bühne, Herr Söllner, Herr Rausch, (weiterlesen)

(Überblick Rauschzeichen)

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