Josefa Schmid

Josefa Schmid: Es ist traurig, dass man dieses Spiel mitspielen muss

HAMCHA art integration, Heinz Michael Vilsmeier
Josefa Schmid, Wahlplakat der Landtagskandidatin der FDP

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir den folgenden Teil unseres Interviews mit Frau Josefa Schmid in den Passagen unkenntlich gemacht haben, die ihre politischen Einstellungen nur marginal beschreiben. Wir weisen nochmals darauf hin, dass das Gespräch im Juni 2012 geführt wurde und einzelne Ausführungen inzwischen überholt sein mögen.

 

JOSEFA SCHMID: Was mir noch fehlt xxxxxx xx xx xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx xxxx xxxxxx xxx xxxx xxx xxxxx xxxx xxxx

HAMCHA: Ist da Land in Sicht?

JOSEFA SCHMID:  xxxx, xxx xxx xxxxx xxxxx xxxxx xx xxxxxxxxxx xxx xxxxx  xxxxxxx xxxxx. Das ist ja gerade bei  Frauen in der Politik nichts Ungewöhnliches, xxx xxxxx xxxxxxx   xxxxxxxxx xxxx xx xxxxxxxx. Diesen Tribut zollt man einfach bei diesem beruflichen Werdegang. Und ich musste mir ja alles von klein auf erkämpfen. Also es ist ja der zweite Bildungsweg. In meinem Elternhaus wurde man zu großer Eigenständigkeit und Selbstständigkeit erzogen.

HAMCHA:  Sie kommen aus einer Bauernfamilie.

JOSEFA SCHMID:  Genau, aus der Landwirtschaft.

HAMCHA: Mit wie vielen Geschwistern?

JOSEFA SCHMID: xxx xxx xxxxx xxxxxxx xxxxxxxx.

HAMCHA:  xxxxxxxx xxxxx xxxxxxxx?

JOSEFA SCHMID:  xxxx xxxxxx xxx xxx xxxxx.

HAMCHA: xxxx xxxxxx xxx xxx xxxxx wie es traditionell so üblich ist. xxx xxxxx xxxxxx xxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxxx xxx xxxxx…

JOSEFA SCHMID: xxxx wir wurden immer sehr gefördert, waren auch eine sehr musikalische Familie, sehr bekannt auch als Volksmusik- und Gesangsgruppe mit „Zwieseler Fink“-Auszeichnungen – das haben Sie wahrscheinlich gelesen. Von daher waren wir immer sehr viel unterwegs und ein Bekanntheitsgrad war schon da. Von daher…

http://youtu.be/I9fFczAl4E4

HAMCHA:  xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx?

JOSEFA SCHMID:  xxx xxx xxx xxxxxx.

HAMCHA: xxxxx xxxx xxxx xxxx xxxx ?

JOSEFA SCHMID: xxxx xxxxx

HAMCHA: Das heißt Sie sind…

JOSEFA SCHMID: Ich tanze aus der Reihe, weil ich die Politische bin. xxx xxx xxxx xxxxxx xx xxx xxxxx.

HAMCHA: Leben Sie jetzt noch auf dem Hof?

JOSEFA SCHMID: xxxx xxx xxxx xxxxxxxx xxxxxxxxxxxx.

HAMCHA: xxx xxx xxxxxx.

JOSEFA SCHMID: xxxx xxx xxxxx xxxxx xxxxx xxxxx. Und ich sehe mich natürlich schon stark in der Bringschuld und auch dem Wählerwillen will ich gerecht werden. Die Bürger haben Vertrauen in mich aufgebaut und haben gesagt, dass sie jetzt mal der jungen Frau diese Chance geben. Und diesem Vertrauen wollte ich natürlich mit Erfolg gerecht werden. Aber ich hoffe natürlich schon auf das Verständnis, dass sie mir diese Freiräume zugestehen, xxxxxx xxxxxx xxxx xxxx .

HAMCHA: xxxxx xxxxxxx xxxxxxxxx xxxxxxxxx xxxxxxxxxxx?

JOSEFA SCHMID: Na, xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx ich werde mir jetzt darüber keine Sorgen machen.

HAMCHA: Nein, Sie machen sich keine Sorgen, aber ist es sehr schwierig als Frau, die so aktiv ist, auch so stark ist, xxx xxxxx xxxxx xxxxxx xxxxxxxx xxxxxxxx xxxxxxxxxxxx?

JOSEFA SCHMID: Niemand kauft eine Katze im Sack. Man weiß, was man an mir hat. Meine Freizeit ist begrenzt, aber das schadet ja nicht. Also es wird wahrscheinlich xxxxx xxxxxx xxxxx xxxx, das würde wahrscheinlich ohnehin nicht funktionieren. Aber wenn xx xxx xxx xx einer ganz anderen Richtung ist, das wäre mir eigentlich am liebsten. xxx xxxx xxx xxxxx xxxxx xxxx xxx da war viel zu viel Konkurrenzdenken da. Das ist…

HAMCHA: … xx xxx aus der CSU, xx xxx xxx …

JOSEFA SCHMID: xxx xxx xxxxx xx xxx xxxx xxx und bekämpft mich jetzt.

HAMCHA: Das ist natürlich besonders bitter, wenn xxx xxxxxx xxx xxxx xxx xxx xxx xxxxx xxxxx  man sich als politischer Gegner gegenüber tritt.

JOSEFA SCHMID: Von daher kann mich eigentlich nichts mehr erschüttern. Ich weiß,  dass eigentlich alles möglich ist. Man darf im Prinzip niemandem 100%-ig vertrauen. Dass man in der Politik vorsichtig sein muss, das habe ich schon gelernt.

HAMCHA:  Welche Bedeutung haben für Sie Gefühle im politischen Alltag?

JOSEFA SCHMID: Ich muss gestehen, dass ich xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxx.

HAMCHA: Umso erstaunlicher ist es, dass sie mit den persönlichen Enttäuschungen aus Ihrem politischen xxx xxxx xxxx xxxxx xxxx  Umfeld doch recht gut umgehen können. Wo schieben Sie das hin? Ich meine, Sie versuchen es zu verstehen, das habe ich vorhin herausgehört.

JOSEFA SCHMID: xxx xxx xxx xxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxx xxx xxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxx.

HAMCHA: Dann denken Sie „armes Würstchen, er kann leider nicht anders“.

JOSEFA SCHMID: Genau, dann tut er mir eigentlich leid. Sie haben es ja vorhin gemerkt, dass ich diese Leute fast bemitleide. Ich stehe da einfach drüber und bin da auch nicht nachtragend, sondern hake es dann pragmatisch ab.

HAMCHA: Wie können Sie mit Kritik umgehen, die jetzt nicht durch Intrigen oder Konkurrenzdenken sondern sachlich begründet ist. Können Sie mit Kritik gut umgehen oder wollen Sie lieber diejenige sein, die weiß, wo es lang geht und die Recht hat?

JOSEFA SCHMID: xxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxx .

HAMCHA:  Von wem können Sie Kritik annehmen?

JOSEFA SCHMID:  xxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxx.

HAMCHA: Das hat ja auch was mit Vertrauen zu tun.

JOSEFA SCHMID: xxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxx.

HAMCHA: Ich meine Vertrauen: Fragen Sie sich, wenn von jemandem Kritik geäußert wird, ob es dem um Sie geht, ob es dem darum geht, Ihnen mit dieser Kritik weiter zu helfen und wie finden Sie es raus? Gehen Sie nach Intuition oder sind es Personen, die Sie gut kennen?

JOSEFA SCHMID: xxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxx. xxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxx.

HAMCHA: Was heißt List-Forschung?

JOSEFA SCHMID: Es wird immer auch ein Spiel gespielt, wenn politisch agiert wird. Welches Spiel da gespielt wird, damit befasst sich die List-Forschung. Ich kann Ihnen da noch ein interessantes Buch nennen, ich habe letzthin Seminare dazu besucht. Also man muss auch immer die Antriebsfeder, warum jemand etwas tut, hinterfragen.

HAMCHA: Ich denke jetzt gerade an einen Jura-Professor, mit dem ich mich vor kurzem unterhalten habe. xxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxxxxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxx. Für ihn ist das Ganze irgendwie ein Spiel. Das haben Sie jetzt auch gerade gesagt, die Politik ist ein Spiel und die Juristerei ist es offensichtlich auch. Und je besser man die Regeln kennt, um so erfolgreicher kann man damit spielen.

JOSEFA SCHMID: Genau das ist die Kunst, die Spielregeln zu erkennen. Wir haben uns ja immer mit echten Spielen beschäftigt, dass man die Spielregeln erkennt, dass man erkennt, was da gerade für ein Spiel gespielt wird. Da nimmt man dann wirklich echte Spiele her. Zu dem gibt es eine Forschung xxxx xxxxx xxxx xxxx xxxxx. Natürlich habe ich auch ein Coaching dazu gemacht, wie ich in diesem Spiel, das hier mit mir gespielt wird, auf die Erfolgslinie kommen kann. Nur, dieses Spiel ist kein Spiel mehr, sondern ein faustdicker Konflikt. Da muss ich die Reißleine ziehen und die Partei wechseln,  dann kann ich ein neues Spiel spielen.

HAMCHA: In der Politik geht es ja um Interessen, nicht nur darum, in einem Spiel Punkte zu sammeln. Es geht um Menschen, es geht um das Schicksal von Menschen, trotzdem wird die Politik wie ein Spiel betrieben. Wie ist Ihr Verhältnis dazu?

JOSEFA SCHMID: Naja, es ist eigentlich traurig, dass man erst einmal dieses Spiel mitspielen muss, um in eine Position zu gelangen und dann dieses Muster wieder ablegen muss, um saubere Politik zu machen. Ich bin ja auch wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Es war nicht vorgesehen, dass ich Bürgermeisterin werde. Es war ja auch eine List, die ich angewandt habe, wobei ich da ein gutes Gewissen habe.

HAMCHA: Was hat sie motiviert?

JOSEFA SCHMID: Dass ich  Bürgermeisterin werden will, einfach meine berufliche Vita und auch, dass ich gesehen habe, dass eigentlich die Politik die Fäden in der Hand hat. Also, wenn man die Verwaltung gelernt hat, wenn man Jura studiert hat, Politik studiert hat, dann will man einfach Macht im positiven Sinne. Angela Merkel ist ein Alpha-Tier, was Machtbewusstsein anbelangt. Dann möchte man die irgendwie erringen, um etwas bewegen zu können.

HAMCHA: Ist Macht für Sie etwas, was sie fasziniert?

JOSEFA SCHMID:  Ja, für mich ist das ein Faszinosum, die Politik.

HAMCHA: Nein, ich meine Macht.

JOSEFA SCHMID: Die Macht, ja die Macht im positiven Sinne schon, aber ..

HAMCHA: Warum muss sie positiv sein? Also ich meine, Macht ist Macht.

JOSEFA SCHMID: Aber man kann sie halt auch missbrauchen. Jetzt brauche ich auch nicht mit Machiavelli… was der alles dazu gesagt hat. Aber mir geht es darum, die Region weiterzubringen.

HAMCHA: Ja gut, Sie können jetzt auch gar nichts anderes sagen. Sie können ja nicht sagen: “ich möchte Macht!”

Josefa Schmid: Sie können jetzt ein Psychogramm erstellen, dass ich hier irgendwas kompensiere oder nein, Gottes Willen.

HAMCHA: Nein, es kann ja auch einfach sein, dass Macht Spaß macht.

JOSEFA SCHMID: Ja, natürlich.

HAMCHA: Dass Sie gerne Macht auf sich ziehen und Macht auch gern ausüben.

JOSEFA SCHMID: Ja, das macht natürlich Spaß, wenn man die Fäden in der Hand hat und Verantwortung trägt.

HAMCHA: Wann ist bei Ihnen diese Erkenntnis entstanden, dass Macht etwas ist, was Sie gerne auf sich ziehen.

JOSEFA SCHMID: Jetzt fragen Sie mich nach einem Schlüsselerlebnis…

HAMCHA: Vielleicht ist es auch, was weiß ich, Ihre Kindheit, Ihre Eltern, die Ihnen den Floh ins Ohr gesetzt haben, dass Macht etwas ist, was richtig und gut für Sie ist.

JOSEFA SCHMID: xxx xxxx xx x xxxxx xxxx xxx xxxx xxxxx xxxxx xxxxx xxxx. Die erfolgreichen Politiker kommen ja meistens aus einfachen Verhältnissen. Christian Wulff stammt, glaube ich, auch nur aus einfachen Verhältnissen, wobei der jetzt kein gutes Beispiel ist. Aber ich glaube, dass man da schon den Wunsch hat… dass man sich eben hocharbeitet. xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx.

HAMCHA: Gut, das Hocharbeiten könnte ja bedeuten, dass man beruflich sehr erfolgreich sein will, man möchte Reichtum, Materielles anhäufen. Dann hat man ja sehr viele Möglichkeiten. Aber bei Ihnen kommt diese spezielle Komponente dazu, ich weiß gar nicht ob materieller Reichtum für Sie so im Vordergrund  steht.

JOSEFA SCHMID: Das bedeutet mir xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx.

HAMCHA: Nicht so sehr…

JOSEFA SCHMID: Nein. Also es ist…

HAMCHA: …der berufliche Erfolg?

JOSEFA SCHMID: Das war mir immer sehr wichtig.

HAMCHA: Der Erfolg war Ihnen wichtig, aber warum? Weil er Ihnen geholfen hat.

JOSEFA SCHMID: Ein gewisser Status war mir wichtig. Also, ich wollte für mich persönlich schaffen, akademische Abschlüsse zu haben. Das war für mich ein persönliches Ziel und das hat mich auch sehr geprägt und hat mich in meiner Denkweise sehr weiter gebracht.

HAMCHA: Gut, und dann kommt diese Komponente Macht dazu. Mit 21 Jahren haben Sie sich entschlossen, in eine Partei einzutreten, die unbestritten in Bayern die Macht ausübende Partei ist. Eigentlich konsequent. Ja, wenn sie an der Macht partizipieren wollen, müssen Sie in eine Partei reingehen, die eben die Macht gepachtet hat.

JOSEFA SCHMID: Wobei natürlich auch das familiäre Umfeld schon auch so geprägt war. Also Landwirte sind traditionell eher CSU-Wähler.

HAMCHA: Ich habe mich gefragt, warum Sie in eine solche Partei eingetreten sind. Weil, wie Sie schon sagten, die Partei…

JOSEFA SCHMID: … xxxx  xxxx xxxx xxxxx xxx. Da hat es eigentlich nichts anderes gegeben.

HAMCHA: War es der Aspekt der Macht, dass Sie hier in Bayern die Nähe zur Macht am schnellsten in der CSU spüren konnten?

JOSEFA SCHMID: Das war es eigentlich damals nicht. Ich hätte schon gerne in der CSU meine Karriere weiter verfolgt, wenn man mich gelassen hätte. Also Edmund Stoiber hat ja die Frauen sehr gefördert, den habe ich in der Hinsicht sehr geschätzt. Er hat vielen Frauen eine Möglichkeit gegeben. Ich war ja auch damals, 2005, auf der CSU-Bundestagsliste, als er die Liste angeführt hat.

HAMCHA: Hat sich das unter Seehofer geändert?

JOSEFA SCHMID: Nein, Seehofer hat Frauen genauso gefördert. Aber die Basis ist noch nicht so weit. Es ist vielleicht schon in den Köpfen im Präsidium, aber nicht hier vor Ort.

HAMCHA:  Welche Rolle spielen für Sie dabei Ideale?

JOSEFA SCHMID: Welche meinen Sie?

HAMCHA: Wenn Sie also ihre politische Karriere verfolgen, dann gibt es das Ziel Macht. Um etwas zu bewegen, um etwas zu verändern. Sie haben natürlich auch gesagt, Macht kann man auch so einsetzen, dass es negativ ist. Das wollen Sie natürlich nicht und das würden Sie auch nicht sagen, Sie wollen natürlich die Macht positiv einsetzen. Das heißt, Sie haben Ideale.

JOSEFA SCHMID: Also meine Ideale sind schon diese Glaubwürdigkeit und ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Dass ich mir wirklich für jeden, egal welchen Standes, Zeit nehme und immer für alle ein offenes Ohr habe. Also diese Gerechtigkeit ist mir sehr wichtig und dieses Selbstverständnis, ich hab es das letzte Mal auf Facebook geschrieben, fast so ein Selbstverständnis, wie es die Päpste auch von sich haben, „Diener unter den Dienern Gottes“ sagen die ja oder „unter den Knechten Gottes“.

HAMCHA: Glauben Sie das?

JOSEFA SCHMID: Mir imponiert diese Denkweise.

HAMCHA: Glauben Sie sie?

JOSEFA SCHMID: (lacht) Natürlich ist der Vatikan ein Machtapparat, darüber lässt sich nicht streiten und momentan hat man den Eindruck, dass der heilige Vater den Laden nicht ganz im Griff hat.

Also ich bin ein sehr religiöser Mensch und ich glaube es für mich schon. Und ich sage auch oft, dass Bürgermeister nichts anderes wie ein Pfarrer ist, weil ich ja auch für alles zuständig bin, von der Wiege bis zur Bahre. Ich sehe mich schon so ein bisschen in der Rolle. Und auch, weil mir, wie gesagt, da kann mich keiner erpressen, das Finanzielle nicht wichtig ist. Sonst hätte ich nicht diesen beruflichen Werdegang gewählt, xxxx xxxxxx xxx xxx xxxxxxxxx xxxxxx xxx xxx xxxxxxxxx xxxxxx xxx xxx xxxxxxxxx xxxxxx xxx xxx xxxxxxxxx xxxxxx xxx xxx xxxxx. Mir ist das total unwichtig. Ich sehe mich wirklich so, das klingt jetzt zwar furchtbar pathetisch, aber wie so eine moderne Mutter Theresa. Ich möchte wirklich Spuren hinterlassen. Wenn ich dann diese Erfolge sehe, dass etwas hier in der Region bewegt wird, das ist für mich genügend positives Feedback, das mich speist und das mich motiviert.

HAMCHA: Sie haben vorhin von Landrat Wölfl als einer sehr intelligenten und reflektierten Persönlichkeit, die lange Zeit in der Politik war, und auch, glaube ich, vorher schon lange Zeit als Jurist im Landratsamt in Regen gearbeitet hat, gesprochen. Der ist trotzdem offensichtlich im Zusammenhang mit seiner Macht, die er als Landrat hatte, auf einen schiefen Weg geraten. Meinen Sie nicht, dass Macht auch korrumpiert? Also man hat diese Ideale und man hat auch diese Ziele, die Sie haben, ja…

JOSEFA SCHMID: … Heinz Wölfl, das ist jetzt natürlich sehr persönlich von ihm gesprochen, kennt man so ja auch. Heinz Wölfl war von seinen Idealen her, ich will ihn da jetzt nicht glorifizieren, um Gottes willen, aber Heinz Wölfl war geizig. Seine Ideale waren natürlich auch Macht, aber er war ein Pfennigfuchser, war geizig. Diese Charakterzüge haben vielen nicht gefallen.

HAMCHA: Meine Frage ging eigentlich mehr in die Richtung, ob Macht nicht von ihrem Wesen her etwas ist, was den Menschen verändert. Sehen Sie so eine Gefahr?

JOSEFA SCHMID: Ja, es besteht die Gefahr, dass sie einen verändert. Man kann natürlich irgendwie abheben oder man könnte arrogant werden. Oder man könnte sich eben durch irgendwelche Angebote verlocken lassen, die man kriegt, weil man in dieser Position ist. Jetzt kommen wir wieder zur Korruption. Man muss schon jeden Tag seinen Kampf mit sich kämpfen, um integer zu bleiben.

HAMCHA: Kann es sein, dass Macht so etwas wie eine Leidenschaft ist, auch eine Sucht? Dass Macht nur dann funktioniert, bei einem persönlich, wenn man immer mehr davon hat? Dass man auch diesem Impuls hat, ich möchte immer mehr davon haben?

JOSEFA SCHMID: Also, diese These hat was, aber auf mich persönlich trifft sie nicht zu, xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx. Ich werde nächstes Jahr sicherlich nicht im bayerischen Kabinett sitzen. Oder ich weiß es nicht, es kommt jetzt darauf an, die Sache wird noch mal spannend werden… wenn ich irgendwie…was durchaus sein könnte…wenn es funktioniert…dass ich unter Umständen irgendwie auch so einen Proporz ziehen würde… Aber ich muss sagen, so wie ich das betreibe, mit diesem Selbstverständnis und mit dieser Energie, werde ich das nicht bis ins hohe Rentenalter machen können. Das geht physisch nicht und ich glaube, es ist auch gut so, dass man nicht, ich sag es jetzt ganz bewusst, wie ein Ernst Hinsken da mit 71 Jahren noch einmal für den Bundestag kandidieren will. Man muss eigentlich dann aufhören, wenn man am besten ist und das erkennen. Es würde der Politik nicht schaden, wenn man von vornherein sagen würde „nur zwei Legislaturperioden“ und dann muss man aufhören, so wie das beim Bundespräsidenten der Fall ist. Dann würden vielleicht auch diese ganzen Strukturen mit der Korruption nicht so ausgeprägt werden.

Also ich persönlich muss sagen, dass ich die Politik so intensiv betreibe, dass ich mich einmal, jetzt ist die Zeit noch lange nicht reif dafür, aber dass ich mich einmal von Herzen danach sehnen werde, mich von der Politik zu verabschieden. Wie Herr Michael Klose gesagt hat, gibt es auch ein Leben vor dem Tod. Ich xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx werde mich gern einmal von der Politik verabschieden. Aber auch nicht im hohen Rentenalter.

HAMCHA: Sehen Sie für sich nicht die Gefahr, dass Politik für Sie so eine Art Droge wird, verbunden mit der Macht, von der Sie irgendwann nicht mehr lassen können?

JOSEFA SCHMID: Nein, dafür ist das Leben viel zu schön und wie gesagt, xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx.

HAMCHA: Macht hat ja etwas mit Dominanz zu tun. Wie sieht es bei Ihnen im persönlichen Bereich aus? Erstreckt sich dieses Bedürfnis danach, Entscheidungen zu treffen, nach Dominanz auch in den persönlichen Bereich?

JOSEFA SCHMID: Na ja, ich habe es gerade schon angekündigt. Bei mir ist das politische Engagement so ausgeprägt, xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx. Ich werde ja eigentlich immer nur als Bürgermeisterin wahrgenommen, aber nicht als Josefa Schmid, das ist eigentlich eine bedauerliche Seite.

HAMCHA: xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx…

JOSEFA SCHMID: xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx…

HAMCHA: … xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx?

JOSEFA SCHMID: xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx.

HAMCHA: Woran liegt das?

JOSEFA SCHMID: Dass ich in der Arbeit einfach voll und ganz aufgehe. xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx.

HAMCHA: xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx?

JOSEFA SCHMID: xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx…

HAMCHA: xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx?

JOSEFA SCHMID: xxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxx xxxx xxx viele Männer haben schon noch das klassische patriarchische Weltbild verinnerlicht.

HAMCHA: Offensichtlich ganz stark in der CSU.

JOSEFA SCHMID: Ja. (lacht)

HAMCHA: Obwohl ich denke, dass die SPD da im Prinzip nicht anders ist.

JOSEFA SCHMID: Naja, aber die haben ja Kraft Satzung eine Frauenquote. Und die haben ja massive Probleme, überhaupt Frauen zu gewinnen. Zumindest wurde es mir so gesagt, dass sie sich auf mich freuen. Ich hoffe, das wird dann auch so sein.

HAMCHA: Sie sagten vorhin, dass Sie mit Michael Adam beinahe ein freundschaftliches Verhältnis verbindet.

JOSEFA SCHMID: Ja

HAMCHA: Was finden Sie an Michael Adam gut?

JOSEFA SCHMID: Also der Michael Adam ist einfach wahnsinnig unkompliziert, ehrlich, wahnsinnig ehrlich.

HAMCHA: Seit wann kennen Sie ihn?

JOSEFA SCHMID: Aus der Zeit, als wir noch Konkurrenten waren, ich die stellvertretende JU-Bezirksvorsitzende und er der JUSO Bezirksvorsitzende. Da war ich natürlich voll im Parteigeschirr und hab dann auch irgendwie gegen ihn gezogen. Das war halt so.

HAMCHA: Für Sie war er ganz klar der politische Gegner?

JOSEFA SCHMID: Das war der Gegner und damit hat es sich. Aber nachdem ich jetzt selber gemerkt habe, wie ich innerparteilich als politischer Gegner behandelt werde… Es ist natürlich Blödsinn gewesen, wie ich mich damals verhalten habe.

http://youtu.be/Y2JGCbxFBls

HAMCHA: Waren Sie nicht ganz fair?

JOSEFA SCHMID: Ich war schon fair, aber es sind halt die Spielchen, die man damals so gelernt hat. Das ist eben der politische Kindergarten.

HAMCHA: Wie man die Gegner diskreditieren kann?

JOSEFA SCHMID: Ja, ja das lernt man halt dann.

HAMCHA: Spielte auch die Tatsache, dass Michael Adam schwul ist, dabei eine Rolle?

JOSEFA SCHMID: Deshalb ist er mir noch besonders sympathisch und ich weiß, dass seine Ratschläge in der Tat uneigennützig und ehrlich gemeint sind.

HAMCHA: Gut, aber die Tatsache, dass er schwul ist, das ist ja damals auch schon bekannt geworden, ist doch im Grunde eigentlich ein gefundenes Fressen, um ihn politisch zu bekämpfen.

JOSEFA SCHMID: Ja, dieses Spiel wurde ja auch vor der Landrats-Stichwahl gespielt.

HAMCHA: Da haben Sie nicht mitgespielt?

JOSEFA SCHMID: Nein, da bin ich wahnsinnig liberal. Das Privatleben geht in der Politik überhaupt niemanden etwas an.

HAMCHA: Aber Ihre politischen Freunde haben das ein bisschen anders gehandhabt.

http://youtu.be/7pL8haXwHXw

JOSEFA SCHMID: Auch, ja. Dass man am Schluss noch annonciert hätte, dass er mit Florian Brunner ein Verhältnis hat, war ja dann purer Schwachsinn. Das waren dann die letzten Tage vor der Landrats-Stichwahl. Das haben Sie ja mitbekommen. Das ist ja für mich unterstes Niveau. Als Juristin denke ich, dass das menschenverachtend ist und das geht mir dann gegen den Strich. Da bin ich wirklich wahnsinnig liberal. Das ist dann aber auch wiederum die Kehrseite. Der Schutz unserer Persönlichkeit und des Privaten, das ist ein Riesenproblem. Man ist viel zu sehr auf dem öffentlichen Präsentierteller.

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Das Gespräch führte Heinz Michael Vilsmeier

©HAMCHA art integration Heinz Michael Vilsmeier, Impressum